WLADIMIR – WARTET AUF DICH


Wladimir wartet auf dich

Jährlich entsenden wir zwei Freiwillige aus Deutschland nach Wladimir, der russischen Partnerstadt von Jena. Der Freiwilligendienst beginnt im September und dauert bis Ende August des nächsten Jahres. Unser Partnerprojekt heißt „Euroklub Wladimir“. Hier kannst du sehen, was unsere derzeitigen Freiwilligen Lou dort erlebt.

Als Freiwillige*r in Wladimir

– wohnst du in einem Wohnheim der Uni, lernst also viele Studierende kennen

– bekommst du Russischunterricht

– hast du die Möglichkeit, eigene Projekte umzusetzen

– bekommst du 90 Euro Taschengeld pro Monat

– bekommst du Essensgeld und das Zimmer sowie der Sprachkurs werden dir bezahlt

– stehen dir für die Reisekosten 360 Euro für den Hin- und Rückflug zur Verfügung

– unterstützen wir dich bei der Visabeantragung und der Vorbereitung auf den Freiwilligendienst in Ruslland

 

Hier könnt Ihr den Erfahrungsbericht unseres ehemaligen Freiwilligen nachlesen. Ausserdem empfehlen wir Euch ein interessantes Interview mit allen Vladimir Freiwilligen.

 

Hallo,

mein Name ist Lou, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Jena. Seit sechs Tagen bin ich nun in Vladimir und werde hier ein Jahr als Freiwillige im Euroklub arbeiten. Genauso wie Mathilda habe ich den Kontakt über die Eurowerkstatt in Jena hergestellt.

Es ist schon verrückt, dass ich jetzt in Russland bin. Bisher habe ich das noch nicht realisiert und ich denke, das wird auch noch etwas dauern. Im Moment ist für mich alles neu: die Umgebung, die Sprache, die Währung, das Essen, das Wohnheim, die Selbstversorgung. In ein bis zwei Wochen wird das hoffentlich für mich „echter“ sein, so auch der Fakt, dass ich die nächsten 10 Monate hier leben werde.

Mein erster Eindruck von Russland ist nur positiv. Den Weg vom Flughafen Vnukovo, Moskau nach Vladimir fand ich erstaunlich gut, natürlich auch dank Google Maps. Die Verbindungen in Moskau sind gut, die Metrostationen sehr beeindruckend. Vor allem ist alles sehr sauber, zumindest das, was ich auf dem Weg von Moskau sehen konnte. Am Bahnhof lagen fast keine Zigarettenstummel auf dem Boden, die Leute werfen ihren Müll in die öffentlichen Mülleimer. Im Zug nach Vladimir wurde jedem Passagier ein Wagon + Platznummer zugewiesen. Ich wollte mich einfach irgendwo hinsetzen aber die Leute haben es mir dann erklärt und geholfen, auch wenn sie kein Englisch sprachen. Was mir auch gleich auffiel, ist das herzliche Lächeln vieler Russen. Sie sind ein schönes Volk, vor allem die Frauen.

Wladimir gefällt mir sehr gut, es ist viel geordneter und moderner als ich erwartet hatte und auch sehr grün. Zwei Mädchen aus dem Euroklub haben mir am Sonntag das Stadtzentrum gezeigt, wir waren in zwei Museen und in der Maria – Entschlafens – Kathedrale, das war sehr beeindruckend.

Anders ist auf jeden Fall, dass eine Frau im Bus Fahrscheine an alle verkauft. Und was (natürlich) anders ist, ist, dass ich so gut wie nichts verstehe und das stört mich. Glücklicherweise hatte ich heute meine erste Russischstunde bei einer Lehrerin an der Uni, es hat echt Spaß gemacht!

Obwohl ich noch nicht einmal eine Woche hier bin kommt es mir vor, als wäre ich vor längerer Zeit angekommen. Jeden Tag wirken neue Eindrücke auf mich, abends falle ich dann geschafft ins Bett.

Mein Besuch in Schepelevo

Diesen Samstag bin ich mit dem Bus in ein Dorf ca. 10 km von Wladimir gefahren – Schepelevo. Dort habe ich einen Kindergarten besucht. Die Kleinen haben ein herbstliches Programm vorbereitet. Begonnen wurde mit einem Klavierstück, welches die 17-jährige Tochter der Chefin spielte. Außerdem wurden Stücke auf der Gitarre gespielt, kleine Mädchen haben gesungen, ein Junge hat etwas vorgetanzt und ein Jugendlicher hat russische Volkslieder gesungen. Zum Schluss sollte ich mit den Kindern einen Workshop machen um ihnen etwas von der deutschen Kultur zu zeigen. Vorher habe ich über verschiedene Sachen nachgedacht, letztendlich habe ich mich für Papierdrachen basteln entschieden. Diese könnten sich die Kinder dann in ihr Zimmer oder ans Fenster hängen. Also habe ich alle Materialien mitgebracht und vorher selbst einen Drachen als Beispiel gebastelt. Sie haben alle mitgemacht und sich gefreut, denke ich. Aus Buntpapier haben sie den Drachen ausgeschnitten, mit Filzstiften haben sie Gesichter darauf gemalt. Manche haben auch kleine Schleifen an die Seiten geklebt. Am Schluss haben wir dann Bänder zum Aufhängen befestigt. Die Kinder haben dann beschlossen, alle Drachen im Kindergarten aufzuhängen. Sie erzählten mir dann, dass sie im Herbst kleine Puppen aus Stoff basteln und in die Fenster stellen, aber ohne Gesichter.

Es war interessant ein russisches Dorf zu sehen und es hat mir wirklich Spaß gemacht mit den Kindern zu arbeiten und vor allem auch ihr Programm zu sehen.