Aufnahmeprojekt werden

Was bedeutet die Aufnahme eines europäischen Freiwilligen für meine Einrichtung? Welche Voraussetzungen und Notwendigkeiten sollten in einem Aufnahmeprojekt gegeben sein?

 

Was bedeutet Aufnahme eines europäischen Freiwilligen für meine/n Verein/Einrichtung?

  • Förderung der Zusammenarbeit im europäischen Sinn
  • Der*Die Freiwillige bereichert die regulären Aktivitäten durch neue Ideen, einem zusätzlichen Wert und interkulturelle Elemente

Welche Voraussetzungen/Notwendigkeiten sollten in einer Aufnahmeorganisation gegeben sein?

  • keine Beschränkung bei der Auswahl auf Angehörige einer bestimmten ethnischen Gruppe oder Religionsgemeinschaft oder auf Personen mit bestimmten sexuellen Orientierungen oder politischen Überzeugungen
  • keine spezifischen Auswahlkriterien wie Qualifikationen, Erfahrungen und fortgeschrittene Sprachkenntnisse dürfen vorausgesetzt werden (deswegen sollten ausreichende Kenntnisse in Englisch bei einer Person zur Verständigung in den ersten Worten vorhanden sein)
  • nur sofern es ausreichend begründbar ist, kann bezüglich Aufgaben oder Projektinhalt ein spezifischeres Profil des*r Freiwilligen nachgefragt werden
  • ein klares pädagogisches Ziel und Konzept mit detaillierter Beschreibung der Aufgaben (mit Beispielen und Prozentangaben der Aufgaben und einen Tages- oder Wochenplan), sowie klaren Lernzielen (Kompetenzen) für den*die Freiwillige*n
  • Beschreibung der Besonderheiten des Klientels
  • ein*e Freiwillige*r darf nicht mehr als 35 Stunden in der Einrichtung/dem Verein tätig sein (inklusive Sprachschulung – Format, Dauer und Häufigkeit dieser Ausbildungsmaßnahmen können den Bedürfnissen und Fähigkeiten des/der Freiwilligen sowie den Möglichkeiten der Aufnahmeorganisation angepasst werden)
  • ein*e Anleiter*in sollte eine Tutor*innen-Schulung absolviert haben
  • Bewusstsein, dass der*die europäische Freiwillige mit wenig Kenntnissen in Bezug auf Sprache und deutscher (Arbeits-)kultur hier ankommt
  • Vorbereitung, Begleitung und intensive Nachbereitung des Dienstes
  • Beaufsichtigung und Anleitung des*der Freiwilligen von erfahrenem Personal
  • Freiwillige sollten von Personen angeleitet und beaufsichtigt werden, die mit den Aufgaben, die der*die Freiwillige übernimmt, vertraut sind
  • die Aufgaben der Freiwilligen sollten ihren individuellen Fähigkeiten und Bestrebungen angepasst werden
  • Freiwillige brauchen in den ersten drei Monaten verstärkte Unterstützung und sollten dann eigenständig ein eigenes Projekt verwirklichen können
  • keine Übertragung von Routineaufgaben oder Aufgaben der professionellen Mitarbeiter
  • Freiwillige dürfen nicht alleine für die tägliche Fürsorge des Klientels verantwortlich sein (er*sie ist nicht eigenständig verantwortlich zu machen! Bewusst machen zum Umgang mit Schutzbefohlenen besonders in Jugendeinrichtung mit geringen Altersabstand!)
  • die Erledigung von Büroarbeiten sollten auf die Projekte des*der Freiwilligen bezogen sein
  • Freiwillige dürfen nicht in Maßnahmen eingesetzt werden, die durch Bundesmittel finanziert werden
  • wenn möglich (Sprachverständnis) sollten Fortbildungsangebote angeboten werden
  • Urlaubsregelung: zwei Tage pro Monat, bei Schließung der Einrichtung kann Urlaub festgelegt werden aber bei wichtigen Anlässen muss Freiwilligen zusätzlicher Urlaub gewährt werden
  • Überstunden: vorher Arbeitszeit klären, Überstunden notieren lassen
  • dem*r Freiwilligen sollte (wenn es die Möglichkeit gibt), eine Mahlzeit innerhalb der Einrichtung zur Verfügung gestellt werden (Mittag oder Abendbrot – je nach Arbeitszeit) und eine Monatskarte finanziert werden

Hinweis: Was der EFD nicht ist

  • EFD ist keine unstrukturierte freiwillige Gelegenheitsarbeit in Teilzeit.
  • EFD ist kein Praktikum in einem Unternehmen.
  • EFD ist keine bezahlte Tätigkeit und darf keine bezahlten Tätigkeiten ersetzen.
  • EFD ist keine Tätigkeit zur Erholung oder für Touristen.
  • EFD ist kein Sprachkurs.
  • EFD ist keine Ausbeutung billiger Arbeitskräfte.
  • EFD ist keine Studienzeit und keine Zeit der Berufsausbildung im Ausland

Ziele für den Freiwilligen

  • Eigeninitiative und Kreativität
  • Toleranz und Solidarität
  • persönlichen und beruflichen Schlüsselqualifikationen
  • aktiven Beitrag für den Aufbau von Europa
  • Kennenlernen anderer KulturenMobilität junger Menschen sein.

Voraussetzungen für Aufnahmeprojekte:

– Das Aufnahmeprojekt braucht das Qualitylabel der deutschen Nationalagentur des ESK. Die Eurowerkstatt kann bei diesem Akkreditierungsprozess gerne Unterstützung leisten.

– Kooperationsvertrag zwischen der Eurowerkstatt und dem Aufnahmeprojekt.

– Für die Koordination des Projekts stellt die Eurowerkstatt den Aufnahmeprojekten 80€ monatlich in Rechnung.

– Jedes Aufnahmeprojekt muss eine*n Tutor*in ernennen. Diese Person ist zuständig für die Begleitung der Freiwilligen und muss hierfür an einer Tutor*innen-Schulung Teil nehmen (ca. 3 Tage, Freistellung von der Arbeit, Finanzierung übernimmt die EU).

– Die jeweiligen Tutor*innen treffen sich etwa alle zwei Monate mit der Eurowerkstatt, drei Mal im Jahr gibt es einen verbindlichen Termin zum gemeinsamen Tutor*innen-Treffen in Jena.

– Die Aufnahmeprojekte stellen den Freiwilligen ein Monatsticket für den ÖPNV und/ oder ein Fahrrad zur Verfügung.